Grippe, Corona & Co, mal genauer betrachtet

Grippe vs. Corona usw.Vorweg... Sinvoll ist auf jeden Fall Hygiene (Hände waschen, nicht Handschlag etc.) und ansonsten ruhig bleiben und nicht ständig Nachrichten hören. Im Notfall kann man es eh nicht verhindern und in der Welt geschehen gerade Dinge, die uns viel mehr Angst machen sollten...

Ich möchte nur kurz mal ein wenig Klarheit hier reinbringen, weil viele doch einiges durcheinander hauen:

  1. Influenza (Grippe) und auch CoViD-19 (die durch das SARS-CoV-2, die neueste auch für Menschen relevante Mutation eines Coronavirus) werden durch Viren hervorgerufen. Diese müssen dazu in menschliche Zellen eindringen, um sich dort zu vermehren. Ohne Wirtszelle sind sie "tot". Für beide Virenarten gibt es entsprechende Rezeptoren (Einfallslöcher in den Zellen) in den Zellen der Atemwege bzw. Lunge.

1.a. Offenbar sind wir Europäer den Asiaten genetisch überlegen, was die Anspechbarkeit auf das SARS-CoV-2 betrifft. Wir haben offenbar eine deutlich geringere Anzahl an Rezeptoren, über die dieses Virus in unsere Zellen gelangen kann. Die Ansteckungsgefahr ist also offenbar deutlich geringer bei uns, selbst wenn wir mit dem Virus in Kontakt kommen.

  1. Ein grippaler Infekt hat nichts mit der Influenza zu tun und wird durch Bakterien hervorgerufen. Diese vermehren sich unabhängig von möglichen Wirtszellen. Deshalb hilft auch eine Grippe-Impfung nicht dagegen. Es kann ein grippaler Infekt vom Verlauf her dauerhafter und schwerwiegender sein als eine leichte Influenza-Grippe - dennoch darf man sie nicht verwechseln.

  2. Antibiotika helfen nicht gegen Viren, sondern hemmen die Vermehrung von Bakterien. Sie sind also zur Behandlung von SARS / CiViD-19 / Influenza völlig ungeeignet (aber nicht sinnlos -> Siehe unten). Da es bei Antibiotikagabe immer Bakterien geben kann, die aufgrund von Mutationen gegen das spezielle Mittel ausreichend widerstandsfähig sind, um zu überleben, werden sich diese Bakterien mangels Konkurrenz besonders gut vermehren. Dadurch entwickeln sich gegen dieses Medikament resistente Bakterienstämme. Es gibt schon Wirkstoffe, die vor 30 Jahren sehr wirksam waren, heute aber gar nicht mehr produziert werden, weil es die entsprechenden Bakterien nicht mehr gibt (dafür aber andere, widerstandsfähigere).

  3. Auch bei einem Virus-Infekt kann die Gabe von Antibiotika sinnvoll sein. Nicht gegen die Viren, aber um das Immunsystem im Kampf gegen ebenfalls vorhandene Bakterien zu entlasten. Kommt zu einer Corona-Infektion noch ein starker bakterieller Infekt dazu, sinken die Heilungschancen für beide zusammen deutlich (ist bei einer Influenza-Grippe nicht anders).

  4. Engpässe bei Antibiotika durch 100.000 oder ein paar mehr Coronainfizierte weltweit sind eher nicht zu befürchten. Zum Einen, weil Antibiotika ohnehin nicht gegen das Virus selbst helfen und zum Anderen, weil diese Zahl verschwindend gering ist gegenüber der Zahl der Menschen, die sonst noch Antibiotika verschrieben bekommen. Wenn es mehrere Zig Millionen Coronainfizierte werden, mag sich die Situation hier sicherlich ändern, aber davon sind wir momentan noch weit entfernt.

Also keine Panik bitte!

 


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